Admitad nahm das Interview mit Geschäftsführer von TriMeXa Bjoern Weiland, der im Affiliate-Marketing tätig ist und von seinem Unternehmen erzählt.

Was macht euer Unternehmen einzigartig? Worin seht ihr euren größten Vorteil gegenüber der Konkurrenz?

Ich denke wir sind, insbesondere im Vergleich zu einigen Wettbewerbern, sehr authentisch. Im Außenverhältnis bieten wir unseren Partnern/Kunden/Freunden auf Augenhöhe nur das an, was wir auch wirklich leisten können und wollen. Es gibt keine leere Versprechungen.

Das wertvollste Unternehmensgut ist unser Team. Wir sind sicherlich nicht perfekt und das gestehen wir uns allen kritisch zu. Nur wer sich traut auch mal Fehler zu machen und neue Wege zu gehen wird in einem innovativen Umfeld wie dem Internet langfristig bestehen können. Und so kann sich jede/r sofort bei uns einbringen. Wir bemühen uns ein Umfeld zu schaffen, in dem Spaß, Team-Gefühl und Ehrgeiz im Vordergrund steht. Und so kommt der Erfolg schon von fast ganz alleine.

Das mag jetzt beim ersten Lesen vielleicht nach dem 0815-Tipp klingen, wenn man sich jedoch die vielen aufgesetzten Image-Videos oder Social-Media-Auftritte von diversen Firmen anschaut, dann aber von den dortigen Angestellten Einblicke aus dem echten Firmenalltag hört, dann sind wir hier firmenintern doch schon fast eine große harmonische Familie geworden.

Wie würdet man die Unternehmenskultur eures Unternehmens beschreiben?

Lass uns ein Bild zeichnen. Stell dir die TriMeXa als, inzwischen etwas größeres, Boot vor. Dieses Boot mit der gesamten Besatzung geht auf eine Entdeckungsreise. Jede/r darf jederzeit gerne hinzu, aber natürlich auch aussteigen. Jede/r Kollege/in muss jederzeit nach tollen Möglichkeiten zum Ankern Ausschau halten, d.h. Ideen einbringen. Wir brauchen die Entdecker! Nur wenn wirklich jeder wirklich Lust und Spaß bei der Sache hat, wird die Bootsfahrt für uns alle ein richtig tolles Erlebnis. Auf dieser Reise, die definitiv nicht nur das eine Ziel hat, geht es vor allem um die gemeinsame Entwicklung. Die Reise als Ziel. Die Weiterentwicklung der TriMeXa, aber auch die Entwicklung eines jeden Reiseteilnehmers. Es gibt auch stürmische Zeiten, aber da kommen wir zusammen als Team – wie immer – durch. Die Entdeckung von einer neuen Insel – der einen neuen coolen Idee – entschädigt uns für jede einzelne harte Minute.?

Mit welchen Schwierigkeiten hattet ihr am Anfang zu kämpfen?

Wir haben die TriMeXa 2012, parallel zu unseren damaligen Jobs, gegründet. Insofern hatten wir stets ein “weiches Auffangnetz” in das wir fallen konnten. Aber natürlich gab es auch größere Niederschläge, die uns die eine oder andere schlaflose Nacht, insbesondere am Anfang der Reise, beschert haben. Der größte gemeinsame Nenner dieser Probleme ist wohl, meiner Meinung nach, die zu große Abhängigkeit zu Dritten gewesen. Sei es zu einem Partnernetzwerk, welches technisch nicht mehr ordnungsgemäß funktionierte, einem Merchant der uns aus fadenscheinigen Gründen nicht mehr als Partner haben wollte, oder das wichtige Geschäftsprozesse (z. B. die App-Entwicklung) aus der Hand, an Dritte, gegeben wurden.

Mittlerweile haben wir uns ziemlich breit aufgestellt und auch in andere Bereiche des Affiliate-Marketing-Umfelds investiert. Wichtige Geschäftsprozesse haben wir wieder inhouse geholt und entwickeln alles, was Sinn macht, selbst. Da wir mehrere Portale haben, können diese Entwicklungen dann stets auf die weiteren Projekte „rüber gekippt“ werden – so profitieren alle!

Wir haben die TriMeXa aus den Homeoffices heraus gegründet. Ein Homeoffice bietet viele Vorteile, aber der Aufbau eines “Wir-Gefühls” ist nur schwer machbar, wenn jeder für sich alleine zu Hause sitzt.

Wie viele Leute arbeiten im Unternehmen insgesamt? 

Betrachtet man nur die Firmen an denen wir Hauptgesellschafter sind, so arbeiten aktuell etwa 70 tolle Kollegen/innen mit uns zusammen. Ob jemand zu uns passt machen wir sicherlich auch davon abhängig, welches Skillset ein Bewerber vorweisen kann, aber das wichtigste ist für uns: Der Ehrgeiz und die Persönlichkeit.

Was waren die größten Erfolge, die eurer Unternehmen im letzten Jahr verzeichnen konnte?

Abseits von all den KPIs, CTRs und Euro-Transaktionen war sicherlich letztes Jahr der größte Erfolg die Eröffnung unseres neuen Büros in Leverkusen. Dieses Mammutprojekt wurde über ein Jahr von uns geplant und nach den Wünschen aller umgesetzt. Es ist inzwischen unser drittes und mit Abstand bestes Büro. Da wir viel Wert auf uns als gemeinsames Team legen, haben wir hier einen zentralen Ort geschaffen, an dem wir unsere Ziele ehrgeizig anpacken, aber auch Spaß haben können. Zum Beispiel in unserem einzigartigen Bällebüro.

Wie hat das Corona-Virus auf das Unternehmen beeinflusst?

Zuerst einmal muss ich klarstellen: Als Online-Marketing-Unternehmen können wir uns in der aktuellen Situation sehr, sehr glücklich schätzen.. Unser Geschäftsmodell findet größtenteils online statt und wurde somit nur indirekt getroffen. Unsere Kunden – können uns weiterhin besuchen. Dennoch haben auch wir natürlich umgehend unsere gesamte Belegschaft auf freiwilliger Basis in die eigenen Homeoffices verschoben, wo diese bis heute, inzwischen 14 Wochen später, noch immer sitzen können. Da viele unserer alltäglichen Arbeitsabläufe schon immer rein digital abliefen (Skype, Gitlab, E-Mails, etc.) war die Umstellung kein großes Problem, wobei der Dank natürlich dennoch dafür dem ganzen Team gilt: Einige Prozesse mussten, insbesondere bei der IT, dann doch noch schnell umgesetzt werdenLeider gibt es aber auch große Partner und Advertiser, die härte getroffen wurden als wir – und das spüren wir als Affiliate-Publisher natürlich auch, nicht zuletzt an gestundeten oder aktuell ausbleibenden Provisionen.

Nach welchem Prinzip sucht Ihr die Affiliate-Partner für das Unternehmen? Wie baut ihr langfristige Beziehungen auf?

Bei unserer Unternehmensgröße ist es inzwischen nicht mehr mit der einfachen Entnahme eines Affiliate-Links aus dem Partnernetz getan. Wir arbeiten auf Augenhöhe mit den Partnernetzen, Agenturen und Advertisern, sodass wir zusammen für alle Seiten sehr gut funktionierende Kampagnen aufsetzen können. Wir haben einige sehr große Reichweiten über diverse Kanäle, aber auch eine Verantwortung gegenüber unseren Lesern. D. h. wir sind definitiv nicht “bestechbar” – das muss der Partner akzeptieren. Unsere Leser stehen an erster Stelle. Eine gute Partnerschaft muss persönlich geknüpft werden und einen langfristigen Erfolg für alle Beteiligten einbringen.

So brainstormen wir gemeinsam mit allen Beteiligten an Kampagnen und überlegen uns die besten Strategien, Platzierungen und Kanäle, über die wir die Aktionen ausspielen, um so das Ziel der Advertiser stets zu erreichen – sei es ein kurzfristiger Abverkauf, langfristig angelegte Sales- und Lead-Kampagnen oder einfach nur Branding.

Welche Trends kann man eure Meinung nach in den nächsten 1-2 Jahren in der Affiliate-Marketing-Branche erwarten?

Mit großer Sorge betrachten wir die weitere Verschärfung der EU-DSGVO und der ePrivacy-Verordnung, welche nicht nur den europäischen Firmen einen massiven Wettbewerbsnachteil einbringt, sondern auch völlig am Nutzer vorbei erlassen wurde. Wir sehen immer mehr Banner, Popups, Auswahlmöglichkeiten, die Nutzer meist überfordern oder einfach, ähnlich wie Software-AGBs bei der Installation “schnell weggeklickt” werden – ganz aktuell jetzt die Cookie-Consent-Regelungen. Cookies können nicht mehr richtig gesetzt werden, Käufe werden dem Affiliate nicht mehr richtig zugeordnet, das Tracking wird schwierig und der Webseitenbesucher ist auch noch von den Bannern genervt. Hier sehen wir insb. die Partnernetze in der Verantwortung gute, insbesondere datenschutzkonforme Technologien, anzubieten. Insbesondere auch, was das Cross-Device-Tracking angeht, denn natürlich würden wir gerne auch vergütet werden, wenn ein User über sein Smartphone einen Deal bei uns gefunden hat, dann aber später über den PC seine Bestellung aufgibt. Diese spannende Herausforderung gilt es in den kommenden Jahren zu meistern.

Darüber hinaus steht auch das SEO vor immer größeren Herausforderungen. Durch immer mehr KI in den Google-Algorithmen ist SEO längst nicht mehr das einfache “Backlinks setzen” von früher, sondern es geht immer mehr ins OnPage – also um die Qualität des Contents sowie die entsprechenden User-Signale. Dort legen wir aktuell auch unseren Fokus und optimieren unsere Ratgeber-Beiträge sowie spannende und potentiell gut rankenkende Deals bis ins letzte Detail. Leider haben es Affiliate-Seiten, wie auch die letzten Core-Updates gezeigt haben, immer schwerer, adäquat zu ranken – daher vollen Fokus auf die Qualität des Contents.

Zudem verlagert sich nach wie vor der Traffic immer weiter ins Mobile. Alle wichtigen Informationen auf kleinen Handyscreens unterzubringen, ohne dass der User lange suchen und scrollen muss, ist eine weitere Herausforderung für Affiliates.